“Wo bist du?” Neue Aufführung des Theaters „Kaprizy“

Was ist Heimat? Wo fängt sie an und wo hört sie auf? Wann sprechen wir über die “neue Heimat”? Wie verändert uns das Leben im Ausland? Uns- “Russen”.  Der Ort ist das schwäbische Stuttgart zu Beginn der 00er Jahre. Es geht um das Aufbrechen und Ankommen. Die männlichen und weiblichen Protagonisten verlassen ihre Heimat, um in Richtung Westen zu starten und sich dort niederzulassen. Der Zuschauer begleitet sie auf ihren Reisen innerhalb des neuen kulturellen Umfeldes, er zeichnet ihre Schwierigkeiten des Überlebens und des sich Etablierens. Sascha, Natalie, Leo und Sergey, die mehr oder weniger verzweifelt versuchen, das Überleben im Alltag zu üben.


Die Aufführung findet am 17. Oktober 2015 um 20 Uhr im Alten Feuerwehrhaus in Stuttgart statt.

Altes Feuerwehrhaus Süd (Heslach)
Möhringer Straße 56
70199 Stuttgart
U-Bahn-Haltestelle: Erwin-Schoettle-Platz

Tickets und nähere Information www.kaprizy.de

Russlanddeutscher Kulturpreis des Landes Baden-Württemberg 2014 ausgeschrieben

bw-innenministerium-pressestelle-logoDas Land Baden-Württemberg vergibt im zweijährigen Turnus den Russlanddeutschen Kulturpreis des Landes. Der Preis ist Ausdruck der Patenschaft des Landes über die Landsmannschaft der Deutschen aus Russland. 2014 wird der Russlanddeutsche Kulturpreis für den Bereich Kulturvermittlung (Medien – Wege – Ebenen) ausgeschrieben.

Wie das Innenministerium am Montag, 10. März 2014, mitteilte, wird der Preis an Personen verliehen, die durch ihr Engagement russlanddeutsche Kultur und Identität sowohl in den Herkunftsländern als auch in der Bundesrepublik vermitteln, verbreiten und fördern. Angesprochen sind auch Einrichtungen und Initiativen, die kulturelle Angebote mit Bezug zur Geschichte und Kultur der Deutschen aus Russland präsentieren. Dies können zum Beispiel Heimatmuseen, Vereine, Gruppen, Stiftungen, Einrichtungen der Jugend- und Erwachsenenbildung sein.

Der Kulturpreis besteht aus einem mit 5.000 Euro dotierten Hauptpreis und zwei Förderpreisen in Höhe von jeweils 2.500 Euro. Die Förderpreise sind für jüngere Kulturschaffende vorgesehen, die sich erfolgreich in der Kulturvermittlung engagieren.
Anstelle eines Förderpreises kann in begründeten Fällen auch eine Ehrengabe vergeben werden. Eine Verpflichtung, den Kulturpreis zu verleihen, besteht nicht.
Es sind sowohl Eigenbewerbungen als auch Vorschläge Dritter möglich. Zur Bewertung der Bewerbungen beziehungsweise Vorschläge sind aussagekräftige Unterlagen erforderlich (zum Beispiel Begründung der Bewerbung oder des Vorschlags, tabellarischer Lebenslauf der Personen, Beschreibung der Art und Weise der Kulturvermittlung mit geeigneten Nachweisen hierüber [Projektbeschreibung, CDs, DVDs, Hinweise auf Homepage und so weiter] und gegebenenfalls sachkundige Empfehlungen).         Diese Unterlagen werden für die Juroren in siebenfacher Ausfertigung erbeten.

Über die Vergabe der Preise entscheidet eine Jury unter Ausschluss des Rechtsweges.

Bewerbungen und Vorschläge sind zusammen mit den erforderlichen Unterlagen und mit dem Vermerk „Russlanddeutscher Kulturpreis 2014“ bis spätestens 15. Juni 2014 beim

Haus der Heimat
des Landes Baden-Württemberg
Schlossstraße 92
70176 Stuttgart

einzureichen. Für weitere Auskünfte steht das Haus der Heimat des Landes Baden-Württemberg (Tel. 0711/66951-14) zur Verfügung.

Veröffentlicht unter Kultur

Zum Tod von Dr. Alexander Schwab

Zwischen Schnee und Glatteis erreichte die Redaktion die traurige Nachricht, dass am 11. Januar 2013 in Köln mit Dr. Alexander Schwab einer der bedeutendsten Musikforscher unserer Volkgruppe nach längerem schweren Leiden verstorben ist.

Dr. Schwab wird in seinem Fach in einem Atemzug mit bekannten Experten wie Peter Weinand, Georg Schünemann, Viktor Shirmundski oder Elinor Johannson genannt und wurde den Lesern von “Volk auf dem Weg” bald nach seiner Umsiedlung aus Kasachstan nach Deutschland zu einem festen Begriff. Das war im Dezember 1977 auf dem Höhepunkt der ersten größeren Aussiedlerwelle aus der Ex-Sowjetunion.

Nachruf

Traurige Nachrichten vom Kulturrat der Deutschen aus Russland

Leider ist es ein sehr trauriger Anlass, diese Zeilen zu schreiben: Denn PETKAU, Kornelius, ein talentierter Musiker und Schriftsteller ist nun von uns gegangen und hat seinen Frieden gefunden.

Er wird uns allen, die ihn gekannt haben, schmerzlich fehlen. Herzlichstes Beileid an seine Verwandten vom Literaturkreis der Deutschen aus Russland e.V.
Bestattung:  22 Januar 2013, Siegfriedring 25, 65189 Wiesbaden, um 8.00 (Kapelle) Tel. :  0611 8410294 (Ehefrau)

Kornelius Petkau, geboren am 13.05.1936 im Dorf Gljadenj, Rayon Blagoweschenskij, Altairegion.

Absolvierte acht Klassen der Mittelschule. Arbeitete als Gehilfe des Traktoristen und Kombinefahrers, später als Leiter des Klubs in der Kolchose.
1955-1958 Wehrdienst in der Sowjetarmee, hauptsächlich im militärischen Volksensemble.
Danach absolvierte er die Leningrader Kulturfachhochschule.
Arbeitete als Gesangsleiter in der Schule, als Direktor der Musikschule und Direktor verschiedener Kulturanstalten des Altai.
Die letzten Jahre vor der Rente war Kornelius Petkau als Direktor des Altaierregionalen deutschen Kulturzentrums tätig.  Schreibt Gedichte und Prosa. In Deutschland Seit 1998. Mitglied des Literaturkreises der Deutschen aus Russland

Veröffentlichungen: Autor von 12 Büchern., u.a.
„Schlaflosikeit“, Gedichte; „Nichtgleichgültigkeit“, 2006;
„Sibirische Saga“, Kaliningrad, 2006.

***

Auch einen weiteren Verlust müssen wir verkraften. Dr. Alexander SCHWAB hat uns verlassen.
Die Beerdigung von dem Musikwissenschaftler und ehemaligen Voristzenden des Kulturrates und der Ortsgruppe Köln der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland, Dr. Alexander Schwab, wird am 21.Januar um 12 Uhr auf dem Müllheimer Friedhof in Köln (Frankfurter Str.) statt finden.
Tel. seiner Schwester Viktoria : 0221-8902252.

Alexander Schwab wurde in Temirtau (Kasachstan, Sowjetunion) am 6. April 1945 geboren.
Studium der Musikwissenschaft am «Staatlichen Institut der Künste» in Frunse (Kirgisien, UdSSR); Staatsexamen 1974.Dr. Schwab
1977 Übersiedlung in die Bundesrepublik Deutschland, Studium am Musikwissenschaftlichen Institut der Universität zu Köln, Promotion 1990.

Dr. Alexander Schwab gehört zu den wenigen Musikforschern, die professionell das russlanddeutsche Liedgut analysiert hatten. Sein Name wird in der gleichen Reihe genannt mit den großen Liedgutforschern wie Peter Weinand (Saratow), Georg Schünemann (Deutschland), Viktor Shirmunskij (UdSSR), Ellinor Johannson (Odessa).

Wie kein anderer ging er behutsam mit dem Schaffen von russlanddeutschen Musikern und Liedersammlern um. In seinen wissenschaftlichen Arbeiten, Büchern, Broschüren und Artikeln würdigte er das Schaffen von Oscar Geilfuss, Heinrich Bachmann, Johann Windholz, Viktor Klein und Sepp Österreich.

Als Vorstandsmitglied des Kulturrates und in der Zeit von 2002 bis 2011 als dessen Vorsitzender leistete er nach allen seinen Kräften die Unterstützung Albert Polle, dem Gründer und Leiter des Orchesters der Deutschen aus Russland und des Orchesters der Deutschen Jugend aus Russland. Albert Polle schätzte Dr. A. Schwab sehr. Seine Meinung war für ihn besonders wichtig.

Der Stein kommt allmählich ins Rollen

Tagung des Kulturrates der Deutschen aus Russland in Nürnberg
 
Vom 14. bis 16. Dezember 2012 trafen sich in Nürnberg über 40 Landsleute aus Russland und allen Ecken und Enden Deutschlands zur Tagung des Kulturrates der Deutschen aus Russland (KDR) zum Thema “Quo vadis Deutsche aus Russland?”.

KDR-Tagung 2012Die meisten Teilnehmer waren nicht nur Mitglieder des KDR, sondern auch aktive Mitglieder der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland, darunter Leontine Wacker (stellvertretende Bundesvorsitzende und Vorsitzende der Landesgruppe Baden-Württemberg), Lilli Bischoff (Mitglied des Bundesvorstandes und Vorsitzende der Landesgruppe Niedersachsen), Ewald Oster (Mitglied des Bundesvorstandes) sowie die Vorsitzenden der Landesgruppen Nordrhein-Westfalen, Bayern und Rheinland-Pfalz, Dr. Alexander Morasch, Waldemar Eisenbraun und Dr. Viktor Sieben.

Der Bundesvorsitzende der Landsmannschaft, Adolf Fetsch, hatte seine Teilnahme kurzfristig absagen müssen, legte aber in seinem Grußwort Wert auf die gestiegene Bedeutung der Kulturarbeit in der landsmannschaftlichen Arbeit.
“Quo vadis? (“Wohin gehst du?) Auf diese allerwichtigste Frage nach der Zukunft der Russlanddeutschen versuchte die Tagung eine Antwort zu suchen und zu finden. Und das im Vorfeld des geschichtsträchtigen Jahres 2013, in dem sich das Auswanderungsmanifest der Zarin Katharina II. vom 22. Juli 1763 zum 250. Male jährt.
Der Vorsitzende des KDR, Ernst Strohmaier, plädierte in seinem Referat für die Landsmannschaft als einzige Organisation der Deutschen aus Russland in der Bundesrepublik, die hierzulande noch wahrgenommen werde. Sie vertrete die Interessen der Russlanddeutschen hüben wie drüben, und es gelte die Zusammenarbeit zwischen KDR und Landsmannschaft wieder auf das Niveau und die Intensität früherer Jahre zu bringen.
In ihren Diskussionsbeiträgen bzw. Vorträgen setzten sich Teilnehmer wie Leontine Wacker, Waldemar Eisenbraun, Johann Kampen (mit seinen 91 Jahren neben der leider nicht anwesenden Nelly Däs das einzige noch lebende Gründungsmitglied des KDR im Jahre 1981) und Prof. Dr. V. Baumgärtner mit Fragen der Identität, der Außendarstellung und des “Zusammenrückens” der Russlanddeutschen auseinander, aber auch mit konkreten Problemen der ehrenamtlichen Arbeit und der grundsätzlichen Orientierung des politischen und kulturellen Engagements.
Für Abwechslung und gute Stimmung sorgten zu später Stunde russlanddeutsche Autoren und Musiker wie Agnes Gossen-Giesbrecht, Viktor Heinz, Konstantin Ehrlich, Eduard Isaak und viele andere, Während dieser Tagung ist wirklich etwas Historisches geschehen. Als Teilnehmer haben wir verstanden, dass wir zusammenrücken und zu einer Stimme werden müssen. Schließlich sind wir mit Lebenserfahrung und Führungsqualitäten ausgestattet, gebildet, aber nicht eingebildet! Es hat sich eine Menge getan in den Köpfen und Herzen der Teilnehmer, so mancher hat etwas für sich dazu gelernt. Mittlerweile ist die Anziehungskraft des KDR enorm gestiegen. Er zieht immer mehr in seinen Bann – die Mitgliederzahl steigt kontinuierlich.
Wer dem KDR beitreten will, ist herzlich willkommen. Der Mitgliedsbeitrag wurde auf 20 Euro festgelegt. Die Anschrift des KDR lautet:
Landhausstraße 5, 70182 Stuttgart, Tel.: 0711-2849480, Fax: 0711-2849479,
E-Mail: kdr-ev@gmx.de
Dr. Wendelin Mangold / VadW