Der Stein kommt allmählich ins Rollen

Tagung des Kulturrates der Deutschen aus Russland in Nürnberg
 
Vom 14. bis 16. Dezember 2012 trafen sich in Nürnberg über 40 Landsleute aus Russland und allen Ecken und Enden Deutschlands zur Tagung des Kulturrates der Deutschen aus Russland (KDR) zum Thema “Quo vadis Deutsche aus Russland?”.

KDR-Tagung 2012Die meisten Teilnehmer waren nicht nur Mitglieder des KDR, sondern auch aktive Mitglieder der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland, darunter Leontine Wacker (stellvertretende Bundesvorsitzende und Vorsitzende der Landesgruppe Baden-Württemberg), Lilli Bischoff (Mitglied des Bundesvorstandes und Vorsitzende der Landesgruppe Niedersachsen), Ewald Oster (Mitglied des Bundesvorstandes) sowie die Vorsitzenden der Landesgruppen Nordrhein-Westfalen, Bayern und Rheinland-Pfalz, Dr. Alexander Morasch, Waldemar Eisenbraun und Dr. Viktor Sieben.

Der Bundesvorsitzende der Landsmannschaft, Adolf Fetsch, hatte seine Teilnahme kurzfristig absagen müssen, legte aber in seinem Grußwort Wert auf die gestiegene Bedeutung der Kulturarbeit in der landsmannschaftlichen Arbeit.
“Quo vadis? (“Wohin gehst du?) Auf diese allerwichtigste Frage nach der Zukunft der Russlanddeutschen versuchte die Tagung eine Antwort zu suchen und zu finden. Und das im Vorfeld des geschichtsträchtigen Jahres 2013, in dem sich das Auswanderungsmanifest der Zarin Katharina II. vom 22. Juli 1763 zum 250. Male jährt.
Der Vorsitzende des KDR, Ernst Strohmaier, plädierte in seinem Referat für die Landsmannschaft als einzige Organisation der Deutschen aus Russland in der Bundesrepublik, die hierzulande noch wahrgenommen werde. Sie vertrete die Interessen der Russlanddeutschen hüben wie drüben, und es gelte die Zusammenarbeit zwischen KDR und Landsmannschaft wieder auf das Niveau und die Intensität früherer Jahre zu bringen.
In ihren Diskussionsbeiträgen bzw. Vorträgen setzten sich Teilnehmer wie Leontine Wacker, Waldemar Eisenbraun, Johann Kampen (mit seinen 91 Jahren neben der leider nicht anwesenden Nelly Däs das einzige noch lebende Gründungsmitglied des KDR im Jahre 1981) und Prof. Dr. V. Baumgärtner mit Fragen der Identität, der Außendarstellung und des “Zusammenrückens” der Russlanddeutschen auseinander, aber auch mit konkreten Problemen der ehrenamtlichen Arbeit und der grundsätzlichen Orientierung des politischen und kulturellen Engagements.
Für Abwechslung und gute Stimmung sorgten zu später Stunde russlanddeutsche Autoren und Musiker wie Agnes Gossen-Giesbrecht, Viktor Heinz, Konstantin Ehrlich, Eduard Isaak und viele andere, Während dieser Tagung ist wirklich etwas Historisches geschehen. Als Teilnehmer haben wir verstanden, dass wir zusammenrücken und zu einer Stimme werden müssen. Schließlich sind wir mit Lebenserfahrung und Führungsqualitäten ausgestattet, gebildet, aber nicht eingebildet! Es hat sich eine Menge getan in den Köpfen und Herzen der Teilnehmer, so mancher hat etwas für sich dazu gelernt. Mittlerweile ist die Anziehungskraft des KDR enorm gestiegen. Er zieht immer mehr in seinen Bann – die Mitgliederzahl steigt kontinuierlich.
Wer dem KDR beitreten will, ist herzlich willkommen. Der Mitgliedsbeitrag wurde auf 20 Euro festgelegt. Die Anschrift des KDR lautet:
Landhausstraße 5, 70182 Stuttgart, Tel.: 0711-2849480, Fax: 0711-2849479,
E-Mail: kdr-ev@gmx.de
Dr. Wendelin Mangold / VadW

 

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